… a thought making crooked all that is straight.

Die Dichter-Philosophen

Ich habe mir das Podcast mit David Beth angehört. Darin erwähnt er den deutschen Philosophen Ludwig Klages. Ich hatte von ihm noch nie gehört. Aber der Name ist mir im Gedanken geblieben, also habe ich ein Buch von ihm bestellt. Es heißt Vom Kosmogonischen Eros. David meint, Klages sei ein Meister der deutschen Sprache und ich werde ihn wohl genießen.

Das gibt mir zu denken, wie viele unglaublich guten deutschen Philosophen es gibt. Aber nicht nur, dass sie ideenreich sind, sie sind auch sprachbegabt wie die englischen Philosophen vielleicht nicht sind. Ich habe z.B. vieles von Bertrand Russell gelesen, und obwohl ich seinen Humor unterhaltsam und seine Ideen interessant finde, kann ich nicht sagen, dass er die englische Sprache wie ein Dichter benutzt. Warum soll er? Er ist ja Philosoph. Aber bei so vielen Deutschen Philosophen ist es so (Heidegger und Arendt, z.B.) – die deutsche Sprache begibt sich leicht dem Ausdruck esoterischen Ideen. Manche Begriffe werden gar nicht übersetzt/sind nicht übersetzbar, wie
Weltanschauung
Schadenfreude
Übermensch
Sturm und Drang
(oder Durm und Strang wie eine Freundin es immer nennt!)

Das muss als Plus bezeichnet werden, dass ich solche Ideen, die die Welt gestalten, in origineller Sprache lesen und lernen kann.

Hurrah Nr. 1 für die deutsche Sprache!

©StarofSeshat 2009

Advertisements

5 responses

  1. Sturm und Drang – kenne ich als Turm versang… ohne Klang

    Hallo liebe Miki!
    Das las sich für mich sehr interessant. Ludwig Klages , von dem weiß ich auch nur, dass es ihn gab und dass sich “die Geister an ihm scheiden”. Aber das ist ja immerhin auch schon was. Wenn ich seine Vita betrachte, muss er spirituelle Gedanken gehabt haben, ähnlich dem Rudolf Steiner.
    Interessant fand ich Deine Anmerkungen zur Sprache deutscher Philosophen, mir war das gar nicht so bezwußt, dass es woanders vielleicht nicht so ist…
    Viele haben auch gedichtet, Friedrich Nitzsche; Friedrich Hegel, Artur Schopenhauer fallen mir da ein, ach Enzensberger auch noch…
    ich hab auch ein, zwei, nein drei links für Dich:

    http://enzensberger.germlit.rwth-aachen.de/furie.html

    http://www.nietzsche.at/gedichte.htm

    http://rezitante.wordpress.com/2009/02/21/gedicht-der-woche-0809/

    liebe Grüße
    Bettina

    March 15, 2009 at 4:29 pm

  2. blutzeigtsich

    Und eine englische Freundin sagt immer “Durm und Strang”, was ich auch nicht schlecht finde! 😉

    Danke für die Links. Ich werde dort hinschauen.

    dankbare Grüße
    MiKi

    March 15, 2009 at 5:03 pm

  3. Hallo liebe MiKi,
    Du hast hier ein interessantes Thema angeschlagen, an dem ich mich auf Grund nur rudimentärer Fremdsprachkenntnisse
    nicht wertend beteiligen kann.
    Du schreibst, dass der Begriff Übermensch nicht übersetzbar ist. Er ist auch im Deutschen nicht wirklich greifbar und wurde daher missbraucht. Für mich ist es die Wortschöpfung eines Einzelnen, dessen eigentliche Intention bei der Wortschöpfung von den Menschen, die das Wort dann nutzten aber nicht erkannt wurde – von daher eine unglückliche Wortschöpfung, die keinen Bestand hat. Aber es ist interessant, es historisch zu betrachten.

    Mit der Schadenfreude ist es schon etwas anderes. So ein aussagestarkes Wort gibt es im englischen nicht? Irgendwie bin ich der Meinung, die Schadenfreude ist so zutiefst menschlich, wenn auch unschön, etwas so wie Gier, da muss es doch Begrifflichkeiten für geben, oder?

    Liebe Grüße
    Bettina

    March 20, 2009 at 6:56 am

  4. blutzeigtsich

    Hallo Bettina,
    Aber wir müssen uns nicht gezwungen fühlen, die Sprache so zu behalten, wie sie uns vorgegeben wird. Sie ist lebendig, und ich sehe die Kraft der Überwältigung darin, dass wir uns manche Begriffe und Worte zurürckerobern. Die Nazis hatten viele Begriffe, Mythen, Philosophien verdreht bzw. sie zu eigennützigen Enden verwendet. Warum können wir uns diese nicht dann zurück gewinnen? Z.B. die alten Sagen und deutschen Mythen will ich nicht an solchen wie die Nazis verlieren. Nur weil sie sie verwendet haben, steckt noch viel Wertbares darin, und so sehe ich das mit der Sprache. Aber eine solche existenzielle Vergewaltigung der Sprache hatten wir in England nie. Irgendwie, wie die Frau, muss die Sprache sich heilen und sich neu und schön gestalten. Man kann nicht von Angst beherrscht sein, und aus einer Angst der Assoziation Worte, Begriffe und Philosophien vermeiden, sonst bleibt sowohl die Frau als die Sprache in einem Gefängnis der Angst, und sie findet nie ihren ganzen kreativen Ausdrucks bzw. sie schafft es dann nicht das Wesentliche/ihres Seins auszudrücken … der Täter gewinnt …

    Und nein, wirklich nicht, wir haben keinen Ausdruck für Schadenfreude und benutzen dann immer das deutsche Wort!! Z.B. I felt such Schadenfreude … Ich habe solche Schadenfreude gefühlt. Witzig, na? Genau wie das französische Wort Ennui für einen Zustand der Lebenslustlosigkeit … das erkennt jeder, aber wir in England müssen dann sonst mit ganzen Sätzen es umschreiben oder das französische Wort benutzen.

    So, liebe Bettina, heute fahre ich in Urlaub. Ich bin am Mittwoch wieder da, und hoffe ab dann neue Beiträge hier zu machen. Ich freue mich wie immer über deine Meinungen und Ideen.

    Ich bin sehr froh, dich “kennen gelernt” zu haben 🙂

    Liebe Grüße
    MiKi

    March 20, 2009 at 8:27 am

  5. Ja liebe MiKi, ich freue mich auch über unsere “Bekanntschaft”.
    Jetzt wünsche ich Dir eine gute Zeit im Urlaub und freue mich schon auf ein “Wiederlesen”.
    Liebe Grüße
    Bettina

    March 20, 2009 at 8:39 pm

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s